Die zweite Europatournee: 51 Tage, vom 2. Januar bis zum 23. Februar 1998, mit 55 Konzerten an 67 Stationen quer durch Deutschland. Das gesamte Material stammt aus der Pressemappe, die Patricio Cosentino aufbewahrt.
Leitung Martin Huss19 Musiker + LeiterAbflug 2.1. · AR 1954Rückflug 22.2. · AR 1161
Am 2. Januar 1998 um 16 Uhr hob der Aerolíneas-Flug AR 1954 mit neunzehn Musikern des Chores und Martin Huss in Buenos Aires ab; am 3. mittags landete er in Frankfurt, und noch am selben Nachmittag spielte der Chor zweimal in Friedrichsdorf. Sieben Wochen später, am 22. Februar, brachte sie der AR 1161 zurück — nach 55 Konzerten an 67 Stationen: Kirchen, Rathäuser, Schulen, ein Altenheim und sogar eine Reumaklinik, vom Ruhrgebiet bis an die Schweizer Grenze.
Die deutsche Presse begleitete die Reise Stadt für Stadt. Aus den Ausschnitten stammen die Perlen dieser Seite: Die Tournee wurde mit Bier finanziert — die Zeitungen nannten die Marke nie: Es war Warsteiner, und der Mittelsmann war Gabriel Cedrone, ein ehemaliges Chormitglied und Manager bei Warsteiner Argentina; die Firma gab kein Geld, stellte aber Bier zum Vorzugspreis, der Erlös des Weiterverkaufs bezahlte die Flugtickets, und der Chor bedankte sich mit einem Konzert im Werk der Brauerei. Nach Bad Säckingen holte sie Edward H. Tarr, der Leiter des Trompetenmuseums und langjähriger Brieffreund von Huss; in Dresden spielte ein Quintett des Chores beim Abschlusskonzert des Meisterkurses von Ludwig Güttler — von Güttler selbst auf die Bühne gebeten; und bei einem Konzert im Süden machte eine Tasse Mate-Tee die Runde durch die Kirchenbänke. Die Presse erzählte auch, dass Huss sein Studium in Herford als Tennisspieler und -trainer verdient hatte, und dass die Dortmunder Begegnung Eduardo Keser eingefädelt hatte — 1982 bis 1994 Mitglied in Temperley, damals Leiter des Sölder Posaunenchores.
Die Zahlen, die die Presse wiederholte: 14.000 Kilometer von zu Hause; Musiker zwischen 13 und 46 Jahren (Durchschnitt 23); die Hälfte zwischen 17 und 20; fast alle Schüler oder Ehemalige der Deutschen Schule Temperley. Und ein Zeitbild: Temperley als einer der wenigen Posaunenchöre eines Landes, das vierzehnmal größer ist als Deutschland.
Die Delegation
Aus der offiziellen Namensliste der Mappe · Name und Instrument
Martin HussLeitung
Mariano AmerTrompete
Patricio CosentinoTuba
Ignacio del CampoPosaune
Valentín GarvieTrompete
Sandra GoudardHorn
Alejandro PozoPosaune
Christian HillebrechtTrompete
Thomas ImgrabenTrompete
Alejandro MencucciFlügelhorn
Carlos LuriaudTrompete
Santiago PultiPosaune
Daniel SimonPosaune
Enrique SchneebeliPosaune
Federico SchneebeliHorn
Edith KinderknechtTrompete
Andrea HennigsTrompete
Angela KeilTrompete
Mathias KeilBariton
Gastón FrosioHorn
Die 67 Stationen
Die offizielle Liste der besuchten Städte
#
Datum
Stadt
1
03-Ene
Friedrichsdorf
2
05-Ene
Bad-Homburg
3
06-Ene
Ginsheim
4
07-Ene
Nauheim
5
07-Ene
Mainz
6
08-Ene
Rüdesheim
7
08-Ene
Gustavsburg
8
08-Ene
Wiesbaden
9
10-Ene
Bochum
10
11-Ene
B-Steinhagen
11
12-Ene
Köln
12
13-Ene
Dortmund
13
14-Ene
Sölde
14
15-Ene
Aplerbeck
15
15-Ene
Hamm
16
16-Ene
Bönen
17
16-Ene
Soest
18
18-Ene
Bielefeld
19
20-Ene
B-Bethel
20
21-Ene
Westerenger
21
21-Ene
Bad-Lipspringe
22
22-Ene
Enger
23
22-Ene
Herford
24
23-Ene
Hannover
25
23-Ene
Hunteburg
26
24-Ene
Gehlenbeck
27
24-Ene
Espelkamp
28
26-Ene
Hanstedt
29
26-Ene
Niendorf
30
26-Ene
Soltau
31
27-Ene
Bremen
32
27-Ene
Munster
33
29-Ene
Altenmedingen
34
29-Ene
Lüneburg
35
30-Ene
Lübtheen
36
31-Ene
Schwerin
37
01-Feb
Trebbin
38
01-Feb
Berlin
39
02-Feb
Seelow
40
03-Feb
Reitwein
41
03-Feb
Frankfurt/Oder
42
03-Feb
Słubice (Polonia)
43
04-Feb
Burg/Spreewald
44
04-Feb
Forst
45
04-Feb
Drachhausen
46
05-Feb
Cottbus
47
05-Feb
Döbern
48
06-Feb
Dresden
49
09-Feb
Markneukirchen
50
09-Feb
Nürnberg
51
10-Feb
Colmberg
52
11-Feb
Rothenburg
53
11-Feb
Ermetzhofen
54
12-Feb
Ulm
55
12-Feb
Babenhausen
56
14-Feb
München
57
15-Feb
Bad-Säckingen
58
17-Feb
Lörrach
59
17-Feb
Basel (Suiza)
60
18-Feb
Kirchentellinsfurt
61
18-Feb
Tübingen
62
19-Feb
Reutlingen
63
20-Feb
Steinenberg
64
20-Ene *
Welzheim
65
20-Feb
Stuttgart
66
21-Feb
Obersteinach
67
22-Feb *
Frankfurt/Oder
* So im Dokument gedruckt: Station 64 trägt «20-Ene» zwischen den Einträgen vom 20. Februar, und Station 67 nennt «Frankfurt/Oder», obwohl der Rückflug ab Frankfurt am Main ging.
Die 55 Konzerte
Die offizielle Liste · Datum, Ort und Stadt
#
Datum
Ort
Stadt
1
03-Ene
EmKirche (Gottesdienst)
Friedrichsdorf
2
03-Ene
EmKirche
Friedrichsdorf
3
07-Ene
Ev. Kirche
Ginsheim
4
09-Ene
Rathaus
Wiesbaden
5
09-Ene
Kreuzkirche
Wiesbaden
6
11-Ene
Ev. Kirche
Steihagen *
7
11-Ene
St. Anna Kirche
Bochum
8
13-Ene
Reinoldi Kirche
Dortmund
9
13-Ene
Rathaus
Dortmund
10
14-Ene
Ev. Kirche
Sölde
11
15-Ene
Georgskirche
Aplerbeck
12
16-Ene
Alte Kirche
Bönen
13
17-Ene
Pankratiuskirche
Hamm
14
17-Ene
Johanneskirche
Hamm-Norden
15
18-Ene
Bodelschwingh-Haus
Bönen
16
18-Ene
Petri-Kirche
Bielefeld
17
19-Ene
Posaunenwerk
Bielefeld
18
19-Ene
Landeskirchenamt
Bielefeld
19
21-Ene
Wittekindkirche
Westerenger
20
22-Ene
Hochschule-Kirche
Herford
21
23-Ene
St. Mathäus Kirche
Hunteburg
22
25-Ene
St. Nikolaus-Kirche (Gottesdienst)
Gehlenbeck
23
25-Ene
St. Nikolaus-Kirche
Gehlenbeck
24
26-Ene
Stefan Poppe
Hanstedt
25
27-Ene
St. Urbani Kirche
Munster
26
28-Ene
Haus Zuflucht
Soltau
27
28-Ene
Lutherkirche
Soltau
28
29-Ene
St. Mauritius Kirche
Altenmedingen
29
30-Ene
Ev. Kirche
Lübtheen
30
31-Ene
Altenheim
Lübtheen
31
01-Feb
Ev. Kirche (Gottesdienst)
Lübtheen
32
01-Feb
Ev. Kirche
Trebbin
33
02-Feb
Ev. Kirche
Seelow
34
03-Feb
Ev. Kirche
Peitz
35
04-Feb
Ev. Kirche
Burg-Spreewald
36
04-Feb
St. Nikolai Kirche
Forst
37
05-Feb
Ev. Kirche
Cottbus
38
05-Feb
Ev. Kirche
Döbern
39
06-Feb
Musikschule C. M. von Weber
Dresden
40
07-Feb
Lukaskirche
Dresden
41
08-Feb
Kreuzkirche (Gottesdienst)
Dresden
42
08-Feb
Kreuzkirche
Dresden
43
08-Feb
Frauenkirche
Dresden
44
09-Feb
Versöhnungskirche
Nürnberg
45
10-Feb
St. Ursula Kirche
Colmberg
46
11-Feb
Ev. Kirche
Ermetzhofen
47
13-Feb
Ev. Bildungsstätte
Babenhausen
48
15-Feb
Reumaklinik
Bad-Säckingen
49
16-Feb
Stadtkirche
Bad-Säckingen
50
17-Feb
Margaretenheim
Lörrach
51
17-Feb
Ev. Kirche
Lörrach-Rötteln
52
19-Feb
G. W. Stiftung
Reutlingen
53
19-Feb
Kirchfeldschule
Kirchentellisfurt *
54
20-Feb
Petruskirche
Steinenberg
55
21-Feb
Ev. Kirche
Obersteinach
* So im Dokument gedruckt (Steihagen statt Steinhagen, Kirchentellisfurt statt Kirchentellinsfurt). Das vollständige Musikprogramm der Tournee — der Inhalt des Reisebuchs — steht in der Konzertchronik.
Die Tournee in zwei Fotos
Aus dem Archiv von Patricio Cosentino · die blauen Jacken der Delegation
Dortmund, 13. Januar. Der Chor im Kreis im Atrium eines öffentlichen Gebäudes, vom Zwischengeschoss aus gesehen: zwanzig Musiker in den blauen Jacken der Delegation, der Dirigent in der Mitte, im Hintergrund die Fahnen Europas und Deutschlands. An jenem Dienstag spielten sie zweimal in der Stadt — in der Reinoldikirche und im Rathaus —, bei jener Station, die Eduardo Keser organisiert hatte, ehemaliges Chormitglied und damals Leiter des Sölder Posaunenchores. Am Tag darauf spielten sie in Sölde selbst.Friedrichsdorf, die erste Station. Am 3. Januar 1998 landete das Flugzeug mittags in Frankfurt, und noch am selben Nachmittag spielte der Chor zweimal in Friedrichsdorf. Hier steht die vollständige Delegation, noch in Mänteln: neunzehn Musiker zwischen dreizehn und sechsundvierzig Jahren, vierzehntausend Kilometer von zu Hause entfernt und mit sieben Wochen Tournee vor sich.Bei Thomas Clamor. So beschriftete Patricio Cosentino dieses Foto: „Bei Thomas Clamor“. Auf den blauen Sweatshirts steht „Posaunenchor Temperley · Argentina“ mit dem Monogramm des Chores, und jemand hat eine Comic-Sprechblase aufs Bild geklebt: „Lächeln!“ Im Januar 1998 war Clamor Trompeter der Berliner Philharmoniker, wohin ihn Karajan 1986 mit dreiundzwanzig Jahren als jüngstes Mitglied des Orchesters geholt hatte. Jahre später verließ er die Philharmoniker, um sich der Ausbildung junger Blechbläser in Lateinamerika zu widmen: 2003 gründete er mit dem Sistema von José Antonio Abreu das Venezuelan Brass Ensemble und war Mitbegründer der ersten Lateinamerikanischen Blechbläserakademie. Dieser Besuch eines argentinischen Jugendchores in seinem Haus fand fünf Jahre davor statt. (Berlin war am 1. Februar Station der Tournee, ohne verzeichnetes Konzert.)Hanstedt, 26. Januar — das Reetdachhaus. Die Gruppe in der tiefen Wintersonne vor einem Reetdachhaus, dem für Norddeutschland typischen Backsteinhaus mit Schilfdach. An jenem Tag gaben sie das 24. Konzert der Tournee, das die Liste der Mappe unter dem Namen des Gastgebers führt: „Stefan Poppe“ — so, mit f, während das Foto „Stephan“ beschriftet ist. Nach Hanstedt ging es weiter nach Niendorf und Soltau.Die vollständige Besetzung, vor der Orgel. Das Gruppenfoto der Tournee: die zwanzig in dunklem Anzug und weißem Hemd — drei Frauen in der Mitte —, Trompeten und Hörner in der Hand, die Tuba auf dem roten Teppich abgestellt. Dahinter eine goldene Barockorgel und ein Holzkruzifix: eine jener deutschen Kirchen, in denen sie in jenem Winter spielten.Ein Ständchen auf der Straße, in Mainz. Zwölf Musiker in den blauen Sweatshirts des Chores, aufgereiht auf der Freitreppe eines Sandsteingebäudes, die Notenständer im Wind und der Dirigent, von hinten, vom Gehsteig aus. Von den 55 Konzerten war ein guter Teil so: unter freiem Himmel, mitten im deutschen Januar, für die Vorübergehenden.Der Kölner Dom. Neun aus der Delegation vor dem gotischen Portal, Koffer und Instrumentenkasten auf dem Pflaster, einer zeigt hinauf zu den Türmen. Jugendliche aus einem Vorort im Süden von Groß-Buenos-Aires, vor einer Kathedrale, deren Bau 1248 begann.Wer mitfuhr, in Druckschrift. Die Besetzungsseite des Tourneehefts, gegenüber dem von Hand gezeichneten Umschlag — das Flugzeug über den Anden, «Posaunenchorrundreise Deutschland 1998» und das Siegel des Chores. Nach Instrumenten geordnet: acht Trompeten (Amer, Garvie, Hennigs, Hillebrecht, Imgraben, Á. Keil, Kinderknecht, Luriaud), ein Flügelhorn (Mencucci), zwei Hörner (Goudard, F. Schneebeli), ein Tenorhorn (M. Keil), fünf Posaunen (del Campo, Pozo, Pulti, Simon, E. Schneebeli) und eine Tuba (Cosentino), dazu Leitung: Huss, Martin.
⚠️ Dieses Blatt erklärt, woher die «18 Bläser» des CD-Hefts stammen — es ist aber nicht die vollständige Liste der Mitreisenden. Die Seite zählt achtzehn Spielende, Martin Huss steht separat unter Leitung; dennoch war mindestens ein weiterer Hornist auf der Tournee, ohne hier aufzuscheinen (2026 von Beteiligten bestätigt). Wahrscheinlich ging das Heft in Druck, bevor die endgültige Besetzung feststand. Es dient also als beste Quelle dafür, wer was spielte, und nicht als geschlossene Teilnehmerliste.Fünf Millionen zweihundertfünfzigtausend Mark für die Frauenkirche. Fünf aus der Delegation halten einen überdimensionalen Scheck der Dresdner Bank: DM 5.250.000,— — «Fünf Million zweihundertfünfzig tausend» — zugunsten der Stiftung Frauenkirche Dresden, aufgebracht von der Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus, datiert Dresden, 9. Februar 1997. Als der Chor durch Dresden kam, war die 1945 zerstörte Frauenkirche noch eine Baustelle, und dieser Ausstellungsscheck stand dort, um zu zeigen, woher das Geld kam. Sie stellten sich daneben und ließen sich fotografieren.Ein Posaunenchor in einer Blechblasinstrumentenfabrik. Ein langer Tisch mit zwanzig fertigen Trompeten, aufgereiht und glänzend, darüber ein Regal mit weiteren; ringsum Arbeiter mit Schürzen und Wollmützen an den Maschinen, der Boden von Jahren gezeichnet. Am Ende des Tisches kauert einer aus der Delegation und lächelt in die Kamera. Zu einer Konzertreise gehörte auch das: sehen zu gehen, wo die Instrumente entstehen, die man spielt.Jenseits der Oder. Sieben aus der Delegation, mit Wollmützen, Schals und bis zum Kinn geschlossenen Jacken, unter einem polnischen Verkehrsschild: Szczecin 118 · Sulęcin 137 · Poznań (2 · E30) · Zielona Góra 275. Schnee am Boden und Schnee in der Luft. Die Tournee war eine Konzertreise durch Deutschland, überquerte aber zwei Grenzen: Słubice in Polen und Basel in der Schweiz. Dies ist das Foto der ersten — Jugendliche aus Temperley beim Foto mit dem Ortsschild, so wie man es macht, wenn man in einem neuen Land ankommt.So reisten die Instrumente. Ein Pappkarton auf dem Gepäckband, schon reichlich mitgenommen, in alle Richtungen mit dem weißen Klebeband «SEGURIDAD · Aerolíneas Argentinas» verklebt und von Hand beschriftet: POSAUNENCHOR TEMPERLEY, mit dem Siegel des Chores und einer Kontaktadresse in Argentinien. Es gab keine Flightcases und keine Logistik: es gab einen Karton, Klebeband und einen Filzstift. Damit überquerten die Notenständer und die Noten für 55 Konzerte den Atlantik.Die ganze Delegation, in Gala. Im Altarraum einer Kirche, unter einem hölzernen Kruzifix, rechts steht noch der Notenständer des Dirigenten: alle in dunklem Anzug und heller Bluse, und jede und jeder mit dem Instrument in der Hand — die Trompeten vorn, die Hörner, die Posaunen, ein Tenorhorn und an beiden Enden die zwei Tuben, hochgehalten, als wögen sie weniger, als sie wiegen. Es ist das Erinnerungsfoto: das, was man macht, wenn alles vorbei und die Kirche leer ist.Fünfzehn Tonnen fremdes Metall. Zehn aus der Delegation vor einer monumentalen Glocke, die Inschrift gut lesbar: «ANGEFERTIGT IM JAHRE 1867 · FÜR DIE WELTAUSSTELLUNG IN PARIS · GEWICHT 15000 KG · DURCHM. 10 FUSS ODER 3,13 MTR». Die Tournee führte durch Bochum, und die Glocke, die der Bochumer Verein für jene Weltausstellung goss, steht genau vor dem dortigen Rathaus: mit ziemlicher Sicherheit ist es diese — auf dem Foto steht es allerdings nicht.Ein Trabant unter dem Schnee. Das Auto der DDR — das Kombimodell, mit montiertem Dachgepäckträger —, zwanzig Zentimeter Schnee auf der Motorhaube, in der Straße eines Dorfes mit verputzten Häusern und kahlen Bäumen. Dahinter hebt jemand aus der Delegation mit Pelzmütze die Hand. Das Kennzeichen zeigt SPN, das Kürzel des Landkreises Spree-Neiße rund um Cottbus — eine der Stationen der Tournee, jene, über die die Lokalzeitung als «Station 38 von 66» berichtete. Acht Jahre nach der Wiedervereinigung, und so sah es dort immer noch aus.
Sämtliche Ausschnitte
Die deutsche Presse, Stadt für Stadt
Taunus Zeitung · Friedrichsdorf, Januar: «Mit Posaunen quer durch Deutschland», von Katja Sperling. Die Ankunft: Enrique (17) und Federico (14) mit den Koffern, die Gastfamilien, der Kontakt Karl-Heinz Baumann — und die Deutsche Schule Temperley als Partnerschule der Philipp-Reis-Schule.WAZ (BO-Südwest) 6.1. und Taunus Zeitung 3.1.: Bochum vom 10.–13.1. — Einladung des Posaunenchores Engelsburg, Gastfamilien, Bergbaumuseum, Probe mit Landesposaunenwart Karl-Heinz Saretzki — und «Statt Tango gibt es Klassik» aus Friedrichsdorf, mit der Erinnerung an die Reisen der achtziger Jahre nach Chile, Paraguay und Uruguay, entlohnt in Naturalien: Kartoffeln, Wurst und Obst.Allgemeine Zeitung Rhein-Main, 6.1.: «Blechbläsermusik aus Argentinien» — Ginsheim-Gustavsburg, mit Besuch der Blechbläserwerkstatt Glassl in Nauheim und Stadtbummel in Mainz.Lokal-Anzeiger, 9.1.: «Argentinische Musiker in der Mainspitze» — Bürgermeister Richard von Neumann empfing die 19 Musiker im Ginsheimer Rathaus; der Kontakt kam über Hans-Benno Hauf und die Firma Glassl.Mainspitze, 7.1.: «Aus der Diaspora an den Rhein» — von 35 Grad in Buenos Aires in den deutschen Winter; sieben Wochen Tournee «in den großen Sommerferien» (Bild: Jörg Henkel).Mainspitze, 7.1.: «Mit enormer Spielfreude begeistert» — der Empfang im Ginsheimer Rathaus, mit dem großen Gruppenbild.Mainspitze, 9.1.: «Ein ganz besonderes Hörerlebnis in der Kirche» — Konzertkritik aus Ginsheim: Rosenmüllers Sonate in G-Dur, Händels Air mit Variationen, die Susato-Suite (Bild: Uwe Stotz).Wiesbadener Wochenblatt und zwei weitere Ankündigungen: das Konzert am 9.1. in der Wiesbadener Kreuzkirche, zusammen mit dem Blechbläserensemble der Musik- und Kunstschule (Joachim Tobschall); im Programm auch die Suite von Kazimierz Serocki.Wiesbaden, 10.1.: Kulturdezernent Peter Joachim Riedle empfing die Gruppe im Rathaus; die Wiesbadener planten bereits den Gegenbesuch in Argentinien für 1999 (Bild: Heiko Kubenka).Wiesbadener Tagblatt, 12.1.: «Bei aller Wucht auch dezent» — die Kritik des Konzerts vor der Klais-Orgel der Kreuzkirche: Mendelssohns «Richte mich Gott» mit Unisono-Einleitung von vierzehn Posaunen (Bild: Christian Brühl).«Südamerikanische Musiker zu Gast in Sölde» — die Woche in Dortmund-Sölde, mit dem Empfang durch Bezirksvorsteher Reinhold Vennebusch in der Bürgerhalle des Rathauses.Ruhr Nachrichten, 14.1.: die Konzerte in der Kirche Sölde (14.1.) und in der Aplerbecker Georgskirche (15.1.), Eintritt frei (Foto: Appelhans).Dortmunder Zeitung, 14.1.: «Argentinischer Posaunenchor zu Gast im Dortmunder Süden» — von Patricio zusätzlich zur Mappe geschickt (Foto: Olaf Döring).WAZ, 16.1.: «Posaunenchor aus dem Land des Tango begeisterte Zuhörer» — die Kritik aus Sölde: von der sechssätzigen Susato-Suite über Humperdincks Abendsegen bis zur lateinamerikanischen Reise von Adiós Nonino bis La Cumparsita (Foto: Olaf Döring).Bönen, 14.1.: «Argentinische Bläser zu Gast in Bönen» und «Bläser aus Argentinien» (Hamm-Norden) — der Kontakt entstand beim Südamerika-Besuch des Posaunenchores Bönen-Nordwest 1996 mit seinem Dresdner Partnerchor.Bönen, 19.1.: «Südamerikaner beeindruckten mit ihrem virtuosen Können» — Tango in der Alten Kirche; Händels Air mit fünf Solisten; das Fazit von Pfarrer Gerd Obelgönner (Foto: Pankauke).Dortmund und Bielefeld: «Argentinier zu Gast» — Eduardo Keser, 1982–1994 Mitglied in Temperley und damals Leiter des Sölder Posaunenchores, war Initiator der Begegnung — und «Choräle und argentinischer Tango», das Stegreifkonzert im Evangelischen Presse- und Verlagshaus Bielefeld (Foto: Bertold Fernkorn).Westfälischer Anzeiger, 21.1.: «Auf einer musikalischen Traumreise nach Südamerika» — die Johanneskirche in Hamm; hier erzählt die Presse von der Bier-Finanzierung und davon, dass Temperley mit rund 50 Bläsern der größte evangelische Posaunenchor des Landes war (Foto: Rother).Neue Westfälische, 23.1.: «Posaunenchor ließ Kirchenputz erbeben» — Westerenger: der Küster fürchtete um den Putz; vermittelt hatte Helmut Schaper, den Huss aus seiner Ausbildungszeit kannte (Foto: tam).Altkreis Wittlage, 26.1.: «Temperley bot eindrucksvolles Konzert der Extraklasse» — Hunteburg, Matthäus-Kirche; wieder das Detail vom preisreduzierten Bier, dessen Weiterverkauf die Reise finanzierte.Lübbecke aktuell, 28.1.: «Im ganzen Land nur ein Dutzend Chöre» — Gehlenbeck: Chorleiter Uwe Kröger, der dank eines von Huss vermittelten Stipendiums in Herford studierte, und das Bier zum Einkaufspreis, dessen Gewinn die Flugtickets bezahlte (Foto: Andrea Flissikowski).Neue Westfälische, 28.1.: «Sponsoring in Naturalien macht Reise möglich» — der ausführlichste Bericht über den Deal: die Buenos-Aires-Niederlassung einer großen deutschen Brauerei wollte kein Geld geben, stellte aber Bier zum Dumping-Preis; mit dem Erlös wurden die Tickets bezahlt (Fotos: -sl-). Die Brauerei war Warsteiner; der Mittelsmann Gabriel Cedrone, ein ehemaliges Chormitglied und Manager bei Warsteiner Argentina.Munster: «Stehende Ovationen», von Horst Müller — St.-Urbani-Kirche; Huss eröffnete die Konzerte mit Geografie, Einwanderung und der Teezeremonie des Mate; das Blechbläser-Quintett der Musikschule des Altkreises Soltau hatte die Brücke geschlagen (Foto: mue).Altenmedingen, 26.1. und 3.2.: «Vom Tennisprofi zum Posaunenbläser» und «Standing ovations im Gotteshaus» — sein Kirchenmusikstudium in Herford verdiente sich Huss als Tennisspieler und -trainer (Fotos: ute).SVZ, 29.1.: die beiden Ankündigungen aus Lübtheen — Konzert am 30.1. und Bläsergottesdienst am 1.2.; Durchschnittsalter der Gruppe: 23 Jahre (Kontakt: Thomas Bast).Cottbus: «Posaunen aus Argentinien» — die Stadt empfing die Gruppe offiziell «mit Pauken und Trompeten» (Dezernentin Dr. Helga Scharkoff), mit Stadtführung vor dem Konzert (Foto: Duffner).Forster Rundschau, 6.2.: «Tango-Rhythmen im Kirchenschiff» — Forst, St. Nikolai: über 400 Besucher beim 36. Konzert der Reise; dreimal erhob sich das Publikum (Foto: Jürgen Hennig).Bühne Dresden, 6.2.: «Argentinischer Tango in der Kirche» — das Dresden-Debüt, mit Gottesdienst in der Kreuzkirche; der Kontakt stammte von den Bläsern der Lukaskirchgemeinde, die 1996 Argentinien besucht hatten [die Freizeit in Villa Gesell].Dresdner Neueste Nachrichten, 10.2.: beim Abschlusskonzert des Internationalen Meisterkurses Trompete von Ludwig Güttler spielte ein Quintett aus Temperley Scheidts Canzona «O Nachbar Roland» — von Güttler selbst auf die Bühne gebeten.Fränkische Landeszeitung, 10.2.: «Lateinamerikanische Bläserklänge in fränkischer Kirche» — Colmberg, St. Ursula: zwei Ruhetage in Familien nach den eintägigen Stationen in Bochum, Berlin, Dresden und Nürnberg (Foto: Rogner).Badische Zeitung, 17.2.: der Terminkalender des Tages, mit dem Hinweis auf Bad Säckingen und Rötteln — mit Kugelschreiber eingekreist.Bad Säckingen: «Der Veranstaltungstip» — die Ankündigung mit dem großen Gruppenbild: «Die 17 jungen Musikerinnen und Musiker genießen über die Grenzen Argentiniens hinaus einen sehr guten Ruf».Südkurier, 19.2.: «Musikalischer Botschafter Argentiniens», von Jürgen Scharf — das 47. Konzert: eine Tasse Mate-Tee machte die Runde durch die Kirchenbänke, «Kilometer 11» erinnerte an quietschende Bremsen — und vermittelt hatte Edward H. Tarr, Leiter des Trompetenmuseums Bad Säckingen und seit sechs Jahren Brieffreund von Huss.Badische Zeitung: «Spielfreude steckte auch die Zuhörer an», von Roswitha Frey — die Kritik aus Bad Säckingen: «in vier Minuten 14.000 Kilometer»; Edward H. Tarr freute sich, «als Nordamerikaner die Gruppe aus Südamerika» in der Trompeterstadt zu begrüßen (Bild: Frey).Stadt Lörrach, 17.2.: «Unser Tip» — der Hinweis auf das Konzert des Abends in der Röttler Kirche, Eintritt frei.Badische Zeitung, 20.2.: «Tangos in der Kirche sind kein Stilbruch», von Roswitha Frey — Rötteln, das 48. Konzert der Tour: «Adiós Nonino», der Bläserdialog in «El Cóndor Pasa» und die Bläserfassung der Zauberflöten-Ouvertüre (Bild: Frey).
Die Mappe
Umschlag, Fotos und interne Dokumente
Der Umschlag der Pressemappe, zusammengestellt nach der Rückkehr.Der Chor im Konzert, in einer der Kirchen der Tournee (Foto aus der Mappe).Die Gruppe im Schnee: für fast alle der erste europäische Winter (Foto aus der Mappe).Die offizielle Liste der besuchten Städte, Seite 1 (Stationen 1–37).Die offizielle Liste der besuchten Städte, Seite 2 (Stationen 38–67).Die offizielle Konzertliste, Seite 1 (1–34).Die offizielle Konzertliste, Seite 2 (35–55).
Quelle: Pressemappe der Tournee und Reisebuch, aufbewahrt von Patricio Cosentino, digitalisiert im August 2026. Aus der offiziellen Namensliste werden nur Name und Instrument veröffentlicht; die vollständige Liste steht in der reservierten Dokumentation des internen Bereichs.